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Die Bedeutung des Rituals und 200 Jahre des Widerstands der jüdischen Persönlichkeiten dagegen

Die Bedeutung des Rituals und 200 Jahre des Widerstands der jüdischen Persönlichkeiten dagegen

Bedeutung der jüdischen Beschneidung einschließlich des Mund-Peniswunde-Saugen-Blasens Metzitza b’Peh für Judentum

Die jüdische Beschneidung am achten Lebenstag, die Sabbat-Regelung und Gebete würden die drei entscheidenden Verbindungen zwischen Gott und den Juden bilden.[227] Da die Beschneidungspflicht am achten Tag die Inaktivitätspflicht am Sabbat aufhebt, bildet die jüdische Beschneidung das bestimmende Kennzeichen von Judentum.

In der Bibel wurde das Unterlassen der Beschneidung mit der Todesstrafe für den Knaben und bei Unterlassen durch eine große Mehrheit der Gemeinde mit ausnahmsloser Vernichtung aller[228] bedroht,[229] zur Tötung von bis zu 10% der gesetzestreuen Personen.[230]

Die jüdische Beschneidung einschließlich Mund-Peniswunde-Saugen (s. folgendes) erfolgt derartig auch heute z.B. in den Glaubensrichtungen Lubawitsch, Satmar und Bobov, insbesondere in Israel, den USA, Kanada. In Israel wird sie vom Oberrabinat offiziell empfohlen,[231] in den USA u.a. vom Rabbinical Council of America, vom American Board of Ritual Circumcision.[232]

Im Talmud sagt Rav Pappa (300 – 375 n. Chr.), dass die Nichtausübung der Metzitza b’Peh eine „Gefährdung“ bilden würde.

Maimonides (1235 – 1304) sagte, die Ausübung der Metzitza b’Peh wäre absolute Voraussetzung für die Beauftragung als Mohel (ritueller Beschneider).

Der Philosoph Baruch Spinoza (1632 – 1677) sagte: „Das Zeichen der Beschneidung ist gemäß meiner Überzeugung so wichtig, dass ich mich davon überzeugen könnte, dass es allein die (jüdische) Nation für ewig erhalten könnte.“[233] Er muss, angesichts der muslimischen Beschneidung, die spezielle jüdische Beschneidung, also die Metzitza b’Peh, gemeint haben. Vorhaut-Amputation ohne Mund-Glied-Saugen wird erst seit 170 Jahren an Säuglingen jüdischer Herkunft durchgeführt.

Daniel Korobkin, führender Rabbiner der jüdischen Orthodoxie, sagte am 1. Juli 2010 in „Jewish Action“, dass Metzitza b’Peh die Übertragung „tradition“ zwischen jüdischen Personen ist:

„Will ich meinen neugeborenen Sohn den kleinen Infektions-Risiken aussetzen, nicht wegen einer religiösen Vorschrift, nicht, weil es tatsächlich religiöse Vorschrift ist, die auf Moses zurückgeht, sondern für das Anliegen, die Übertragung im Volk Israel zu schützen? Das erste ist wegen des unmittelbaren Nutzens für die Seele meines eigenen Sohnes; das zweite ist für das Volk Israel.“[234]

200 Jahre Kampf gegen Metzitza b’Peh Beschneidung

Seit 200 Jahren kämpfen jüdische Menschen wie Moses Schreiber (Hatam Sofer) (1762 – 1839), Abraham Geiger (1810-1875), Chaim Soloveitchik (1853 – 1918), Abraham Isaac Kook (1865 – 1935), Moshe Feinstein (1895 – 1986), Ovadia Yosef (1920 – 2013) gegen das 4000 Jahre praktizierte Blutsaugen während der jüdischen Beschneidung, die Metzitza b’Peh.

1843:

„§1 Niemand darf ... eine Beschneidung vornehmen, der nicht bei dem Sanitäts-Amt darüber sich ausgewiesen hat, dass er die dazu erforderlichen anatomischen und physiologischen Kenntnisse, auch die gehörige technische Fähigkeit besitze.

§2 Die Beschneidung selbst darf von dem Beschneider nicht anders, als in Gegenwart und mit Genehmigung eines dahier recipierten Arztes vorgenommen werden.“ [264]

1843 verboten die jüdischen Führer in Frankreich die Metzitza b’Peh.

1844 verboten die Reform-Juden in Deutschland per Beschluss in Braunschweig die Metzitza b’Peh.

1845: ... empfiehlt sich umso mehr der allgemeinen Beherzigung und Nachahmung in allen Gemeinden Israels, jemehr die Verdächtigung der bisher bestehenden Form der Meziza (mit dem Munde) thatsächlich hieraus erwiesen; indem sie nicht nur als ekelhaft im Allgemeinen, sondern speziell als Gefahr- und Unheil bringend sich beurkundet.“ [265]

1874: „einem barbarischen Gebrauch unserer Nation entgegenzutreten und tausende unschuldige Geschöpfe zu schützen.“ [266]

1896: „[...] widerstreitet die eben geschilderte Operations- und Verbandmethode (der Penis-Saug-Beschneidung) den Grundbegriffen der heutigen Chirurgie [...] indem sie die Gefahr der Verblutung nicht genügend berücksichtigt, andererseits, weil sie die .. unbedingt erforderlichen Vorsichtsmaßregeln gegen die Verunreinigung der Wunde gänzlich außer Acht läßt[...]“[267]

Rabbi und Mohel Mordechai Zimmerman, New York, sagte, dass 1934 kein einziger Mohel in Vilnius, Litauen, Metzitza B’Peh praktizierte und ebenso in ganz Litauen mit Ausnahme eines einzigen Gast-Mohels aus Warschau.[268]


Anmerkung Milos L:

Als Vervollständigung zum letzten Absatz und zum Titelbild unten die Karte aus dem Report des SS-Brigadeführers Walter Stahleckers Sondereinsatzkommandos A an H. Heydrich aus 1942. Der mit 136.421 "Von der Einsatzgruppe A durchgeführte Judenexekutionen" bezeichneter Gebiet entspricht Litauen.


Mehr über die Geschichte des Reformjudentums (und damit auch der Ablehnung der Metzitzah b'Beh Rituals) aus der Sicht der Sekte Chabad Lubawitch können Sie auf deren Website lesen.

Der allgemeine Einfluss dieser Sekte auf Medien, Politik und Wirtschaft ist nach dem 2. Weltkrieg exponential gewachsen. Nach eigenerAussage ist sie heute

"... die weltweit größte jüdische Organisation und gilt als die dynamischste Kraft im heutigen jüdischen Leben."
– chabad.org
Rabbiner Yehuda Teichtal (l), Gründer der Chabad Niederlassung in Berlin (s. auch Video Metzitzah b'Peh) und Rabbiner Shmuel Segal tanzen am Pariser Platz in Berlin. Autor: dpa, 25 December 2024
... von 1951 bis 1992 erlebte die Bewegung ein rasantes Wachstum und baute ein weltweites Netzwerk aus Synagogen, Bildungseinrichtungen, sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen auf, die sich um nicht organisierte Juden kümmern, Gottesdienste anbieten, Bildungs- und Kulturprogramme durchführen und humanitäre Hilfe leisten.
– wikipedia.org
Rabbiner Yehuda Teichtal (l), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (M) und Elke Büdenbender zünden in Berlin eine Fackel für die erste Kerze des Chanukka-Leuchters an Foto: Carsten Koall/dpa, 14.12.2025

Quellenangaben:

[227] Neumann D. Bund und Bekenntnis. Jüdische Allgemeine, 24.03.2011:8

[228] Sodom

[229] 1. Mose 17:7-14

[230] 1. Mose 18:20-33

[231] Nussbaum-Cohen D. Two more Babies get Sickened by Metzitza b’Peh. TOT. Serving the Jewish Orthodox Community World Wide. New York 16.03.2012. || Jerusalem-Metzitza B’Peh Practice Comes Under Attack In Israel. VoslzNeias.com, 10.08.2012. || Gesundheit B, Grisaru-Soen G, Greenberg D. Neonatal Genital Herpes Simplex Virus Type 1 Infection after Jewish Ritual Circumcision: Modern Medicine and Religious Tradition. Pediatrics 2004; 114:259-263 || Jewish Telegraphic Agency. Israel’s chief rabbinate says oral suction at circumcision is preferred. Haaretz 24.04.2013

[232] Rabbinical Council of America. Metzitza Be´Peh-Halachic Clarification.New York, NY, Jun 7, 2005.  //New Haredi “Circumcision Board” supports Dangerous Oral-To-Genital-Contact during Bris. Failed Messiah.com 14.12.2005. Failed Messiah.com

[233] Benedikt de Spinoza. Tractus Theologico Politicus. A Theologico-Political Treatise and Political Treatise. New York, 1951:56

[234] Korobkin ND. Metzitzah B’peh Controversy: Rabbinic Polemics and Applying the Lessons of History. „tradition“ kann dabei nicht als Brauchtum, überkommene Handlung gemeint sein, sondern als Übertragung von Judentum

[264] Sanitäts-Amt Frankfurt 1843.

[265] Chatam Sofer (Moses Schreiber) in Kochbe Jizchak. Wien 1845:44

[266] Levit V. Die Circumcision der Israeliten beleuchtet vom ärztlichen und humanen Standpunkt von einem alten Arzte. Wien 1874.

[267] Glassberg A. Die Beschneidung. Berlin 1896:10

[268] Kamenetsky Y. Halacha Berurah:6 zitiert in Sprecher B. Hakirah 2006:52

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